BARTU-AM Festgeldbetrug? Anwalt muss Ansprüche und Beweise prüfen
Der Anleger steht in einer Postfiliale, hält seinen Ausweis in der Hand und identifiziert sich ordnungsgemäß. Wenige Tage später überweist er 100.000 Euro auf ein Konto, das auf seinen eigenen Namen eingerichtet worden sein soll. Für ihn fühlt sich dieser Ablauf gerade deshalb sicher an: echte Identifizierung, echte Bank, echtes Konto. Trotzdem kann genau hier ein Festgeldbetrug beginnen. Bei BARTU-AM würde ich deshalb sehr genau unterscheiden zwischen der Frage, wem ein Konto gehört, und der völlig anderen Frage, wer tatsächlich Zugriff auf dieses Konto besitzt.
Wenn Sie im Zusammenhang mit BARTU-AM auf das Angebot unter bartu-am.com gestoßen sind, sollten Sie die dortigen Angaben und Ihre Unterlagen sorgfältig miteinander abgleichen. Bewahren Sie insbesondere Nachrichten von info@bartu-am.ch auf, sofern Sie darüber angeschrieben wurden. Allein aus einer Domain oder E-Mail-Adresse lässt sich noch nicht zuverlässig ableiten, wer tatsächlich hinter dem Angebot steht.
Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Wer über BARTU-AM ein angebliches Festgeldkonto eröffnet, sich dafür identifiziert und anschließend die Kontrolle über das Geld verloren hat, kann mir den Ablauf über broker-betrug.de schildern und eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.
Bitte achten Sie bei BARTU-AM besonders auf eine mögliche Verwechslung: Nach den vorliegenden Hinweisen liegt ein Identitäts- beziehungsweise Namensmissbrauch nahe. Wenn Ihnen die Website bartu-am.com unter einem bekannten Unternehmensnamen begegnet ist, bedeutet das nicht, dass das echte Unternehmen dieses Angebot betreibt oder dafür verantwortlich ist. Prüfen Sie deshalb die genaue Firmierung, die offiziellen Kontaktdaten und die Identität Ihres Vertragspartners. Der tatsächlich existierende Namensträger darf nicht mit möglichen Tätern gleichgesetzt werden.
Das Konto trägt meinen Namen – also kann nichts passieren?
Gerade diese Annahme kann gefährlich sein.
Ein 2026 bekannt gewordener Festgeldfall zeigt eine bemerkenswerte Variante: Ein Anleger wollte 100.000 Euro zu 4,3 Prozent für ein Jahr anlegen. Er erhielt Unterlagen einschließlich eines Codes für die Identifizierung und legitimierte sich mit seinen richtigen Daten. Anschließend zahlte er am 3. Dezember 2024 die 100.000 Euro auf das vermeintliche Anlagekonto ein. Bereits zwei Tage später bemerkte er, dass das Geld vom Konto verschwunden war. Nach der veröffentlichten Darstellung hatten Täter bei der Kontoeröffnung andere Daten hinterlegt und dadurch Zugriff auf das Onlinebanking erhalten. Das Landgericht Frankfurt am Main sprach dem Anleger mit Urteil vom 1. April 2026 die 100.000 Euro zuzüglich Zinsen zu.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen klassischen Festgeldbetrugsfällen: Das Geld landete hier zunächst auf einem Konto des Anlegers – und wurde anschließend von dort weitertransferiert.
Bei BARTU-AM würde ich deshalb nach einer Kontoeröffnung sofort fragen: Habe ich selbst die Zugangsdaten erhalten?
Bei BARTU-AM sollte der Anleger selbst die Kontrolle über den Bankzugang haben
Stellen Sie sich folgende Situation vor: BARTU-AM erklärt einem Anleger, man habe für ihn erfolgreich ein Festgeldkonto eingerichtet. Die Bankverbindung wird mitgeteilt, aber Zugangsdaten brauche er nicht. „Das Festgeld ist ohnehin zwölf Monate gesperrt“, lautet die Erklärung.
Genau hier würde ich nachhaken.
Wenn tatsächlich ein Konto auf meinen Namen eröffnet wurde, möchte ich wissen, welche Bank es führt, welche Kontaktdaten dort hinterlegt sind und wie ich selbst Informationen über dieses Konto erhalte.
Mein praktischer Rat: Kontaktieren Sie die betreffende Bank über einen selbst recherchierten Kontaktweg und fragen Sie nach, ob das Konto tatsächlich auf Ihren Namen geführt wird und welche Kontaktanschrift sowie Telefonnummer für Sie gespeichert sind.
Verwenden Sie dafür nicht einfach die Telefonnummer aus der E-Mail von BARTU-AM.
Der Brief mit den Zugangsdaten kommt nie an
Ein weiterer lebensnaher Fall: Eine Anlegerin zahlt 65.000 Euro ein. Der Vermittler erklärt, die Zugangsdaten würden separat per Post kommen. Nach zehn Tagen ist noch kein Brief da.
Auf Nachfrage heißt es: „Bei Festgeld ist ein Onlinezugang eigentlich nicht notwendig.“
Ich würde jetzt nicht weitere Wochen warten.
Der veröffentlichte Frankfurter Fall ist gerade deshalb interessant, weil der Anleger nach der gerichtlichen Darstellung selbst nie Zugangsdaten zum Onlinebanking erhalten hatte. Das Gericht sah die Identifizierung zudem nicht als Freigabe späterer Zahlungen an.
Bei BARTU-AM wäre eine fehlende Zugangsmöglichkeit deshalb für mich ein konkreter Anlass, unmittelbar bei der kontoführenden Bank nachzufragen.
Dabei würde ich nicht nur fragen: „Existiert mein Konto?“ Sondern: Welche Adresse ist gespeichert? Welche Mobilfunknummer? Welche E-Mail-Adresse? Wohin wurden Zugangsdaten geschickt?
Kostenfreie Ersteinschätzung
Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.
- 1Sie schildern uns Ihren Fall
- 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
- 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
- 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.
Bei BARTU-AM kann die falsche Telefonnummer wichtiger sein als der Zinssatz
Nehmen wir an, ein Anleger gibt im Antrag seine Mobilnummer 0171-1234567 an. Später stellt sich heraus, dass beim Kreditinstitut eine völlig andere Telefonnummer gespeichert wurde.
Das wäre für die Aufarbeitung eines möglichen Festgeldbetrugs ein hochinteressantes Detail.
Bei BARTU-AM würde ich deshalb sämtliche ursprünglichen Kontoeröffnungsunterlagen sichern. Nicht nur die letzte Anlagebestätigung, sondern gerade die Seiten mit Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
Meine Empfehlung: Erstellen Sie eine kleine Gegenüberstellung. Links stehen die Daten, die Sie tatsächlich angegeben haben. Rechts die Daten, die bei der Bank gespeichert wurden, soweit sich diese ermitteln lassen.
Schon eine einzige Abweichung kann erklären, warum Sicherheitsnachrichten oder Zugangsinformationen nie beim Anleger ankamen.
Für Ihre eigene Dokumentation zu BARTU-AM ist auch bartu-am.com relevant: Sichern Sie die Adresse, Bildschirmfotos der Angebotsseite, Vertragsunterlagen und den zeitlichen Verlauf Ihrer Kommunikation. So können Sie später nachvollziehbar zeigen, welches Angebot Ihnen konkret unter dieser Domain präsentiert wurde, ohne allein daraus bereits einen Betrug als erwiesen anzusehen.
Eine echte Identifizierung macht nicht automatisch das gesamte Angebot echt
Psychologisch ist dieser Punkt besonders wichtig.
Wer seinen Ausweis bei einem etablierten Identifizierungsdienst vorzeigt, erlebt einen realen Vorgang. Daraus entsteht schnell das Gefühl, auch BARTU-AM müsse echt sein.
Das folgt daraus aber nicht.
Der Frankfurter Fall zeigt gerade, dass eine reale Identifizierung Bestandteil eines betrügerisch manipulierten Gesamtvorgangs sein kann. Nach der veröffentlichten Urteilsdarstellung hielt das Gericht dem Anleger nicht allein deshalb grobe Fahrlässigkeit vor, weil er seine allgemeinen personenbezogenen Daten angegeben und die Identifizierung durchgeführt hatte.
Mein Rat lautet deshalb: Trennen Sie gedanklich jeden Beteiligten. Identifizierungsdienst, Bank und Festgeldvermittler sind nicht automatisch dasselbe Unternehmen und bestätigen nicht automatisch gegenseitig ihre Seriosität.
Bei BARTU-AM würde ich ungewöhnliche Banknachrichten sofort sichern
Ein Anleger überweist 140.000 Euro. Am nächsten Morgen erhält er eine automatische Nachricht der Bank über eine Änderung persönlicher Daten. Er hält sie für bedeutungslos, weil BARTU-AM ihm erklärt, die Kontoeröffnung werde „zentral fertiggestellt“.
Genau diese Nachricht würde ich nicht ignorieren.
Wenn E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Anschrift geändert wurden, sollte unverzüglich direkt bei der Bank geklärt werden, wer diese Änderung veranlasst hat.
Gleiches gilt für Meldungen über neue Geräte, Aktivierung des Onlinebankings oder ausgeführte Transaktionen.
Meine Handlungsempfehlung: Solche Nachrichten nicht nur als Screenshot sichern. Bewahren Sie die Original-E-Mail auf und notieren Sie, wann Sie davon Kenntnis genommen haben. Rufen Sie die Bank über deren unabhängig ermittelte Kontaktdaten an und erklären Sie ausdrücklich, dass ein möglicher Festgeldbetrug vorliegt.
100.000 Euro verschwinden innerhalb von zwei Tagen
Die Geschwindigkeit des bereits erwähnten Falls ist bemerkenswert: Einzahlung am 3. Dezember, Feststellung des verschwundenen Geldes am 5. Dezember.
Falls Sie wegen BARTU-AM bereits Zahlungen geleistet haben, vergleichen Sie die auf bartu-am.com genannten Angaben mit den Empfängerdaten Ihrer Überweisungen und etwaigen Bestätigungen. Gerade Abweichungen zwischen Webseitenauftritt, E-Mail-Kontakt und tatsächlichem Zahlungsempfänger sollten Sie festhalten und rechtlich prüfen lassen.
Bei BARTU-AM würde ich deshalb nach einer sechsstelligen Einzahlung nicht denken: „Jetzt ist das Geld ohnehin zwölf Monate festgelegt, also brauche ich mich erst nächstes Jahr wieder darum zu kümmern.“
Ich würde gerade in den ersten Tagen kontrollieren, ob ich selbst Zugriff auf Informationen zum Konto habe.
Ein Beispiel: Sie überweisen montags 90.000 Euro. Dienstag bestätigt BARTU-AM den Eingang. Mittwoch haben Sie immer noch keinen direkten Kontakt zur angeblich kontoführenden Bank.
Dann würde ich nicht bis Freitag warten. Ich würde die Bank selbst kontaktieren und mir den Kontostatus bestätigen lassen.
Bei BARTU-AM interessiert mich nicht nur die Einzahlung, sondern jede Bewegung danach
Bei klassischen Festgeldbetrugsfällen wird häufig ausschließlich der Überweisungsbeleg des Anlegers betrachtet. In einer Konstellation wie der beschriebenen reicht mir das nicht.
Ich möchte wissen, was nach dem Eingang passiert ist.
Wurden 100.000 Euro in einer Summe weiterüberwiesen? Gab es mehrere Transfers? Wann erfolgten sie? Welche Daten waren zu diesem Zeitpunkt für das Onlinebanking hinterlegt? Hat der Anleger jemals Zugang erhalten?
Diese Fragen können die Richtung des gesamten Falls verändern.
Wer bei BARTU-AM eine Identifizierung durchgeführt und anschließend Geld auf ein vermeintlich eigenes Anlagekonto überwiesen hat, sollte daher Kontoeröffnung und Festgeldvermittlung getrennt rekonstruieren. Besonders wichtig sind Identifizierungsunterlagen, ursprüngliche Kontaktdaten, Banknachrichten, Kontoauszüge und Informationen darüber, wer tatsächlich Zugriff auf das Onlinebanking hatte.
Wenn Sie Ihre Erfahrungen mit BARTU-AM schildern, nennen Sie bitte auch, ob Sie bartu-am.com selbst besucht haben und welche Unterlagen oder Nachrichten Sie dazu besitzen. Das erleichtert die Einordnung Ihres konkreten Falls; die Beurteilung möglicher Ansprüche hängt stets von den nachprüfbaren Umständen ab.
Über broker-betrug.de können mir Betroffene ihren Vorgang zu BARTU-AM übermitteln. Im Rahmen einer kostenfreien Ersteinschätzung prüfe ich nicht nur, wohin das Festgeld ursprünglich überwiesen wurde. Gerade bei solchen Fällen möchte ich wissen: Auf wessen Namen wurde das Konto eröffnet, welche Kontaktdaten waren hinterlegt, wer erhielt die Zugangsdaten und wohin bewegte sich das Geld anschließend? Bei einem Festgeldbetrug kann genau diese zweite Ebene entscheidend sein.